Schönheit und was an ihr so hässlich ist.

Was ist Schönheit?

In einer Gesellschaft in der dem Aussehen einer Person immer mehr Bedeutung zugemessen wird, rückt das Thema “Schönheit” stärker in den Fokus. Wir definieren uns über unser Erscheinungsbild. Sind stolz auf einen durchtrainierten Körper, unsere tollen Augen, auf Piercings oder Tätowierungen die unseren Leib zieren, unser glänzendes Haar oder darauf wie modisch wir uns kleiden. Doch machen diese vermeintlich guten Attribute uns wirklich „schön“? Entscheiden wir selbst, was wir an unseren Körpern als ansehnlich empfinden oder steckt hinter „Schönheit“ ein Konzept das uns ansozialisiert wurde? Und was passiert eigentlich mit uns, wenn wir nicht denken, dass wir in die Kategorie „schön“ passen und unseren Körper als „hässlich“ empfinden? Wenn wir das gängige Schönheitsideal nicht erfüllen?

Was wir als schön oder unschön empfinden, welche Körper auf uns anziehend oder abstoßend wirken, ist ein Resultat von gesellschaftlichen Normen und spiegelt diese wider. „Gutes“ Aussehen wird zu einem Wert, der bestimmen kann wie erfolgreich oder erfolglos ein Mensch sein wird. Dem Begriff „Schönheit“ haftet eine positive Bedeutung an, der im Umkehrschluss eben die Leute diskriminiert, die von der Mehrheitsgesellschaft als minder hübsch bewertet werden. Hierarchisierungsmechanismen wie Rassismus und Sexismus spielen bei der Bewertung von Körpern eine zentrale Rolle. Körper werden als schön oder hässlich, also als gut und schlecht, in Kategorien eingeteilt, die weit davon entfernt sind, ein realistisches Bild eines Individuums zu zeichnen.

Ruhmsucht releases: Schönheit und was an ihr so hässlich ist. Eine Artikelreihe.

Die Bilderserie „Illusions Of Body“ von Gracie Hagen, war nur eine der Ursachen uns mit dem Thema „Schönheit“ kritisch auseinander zu setzen. Mit ihren Fotos schafft die Künstlerin es mit Körpernormen zu brechen und zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass „Schönheit“ ein Konstrukt ist. Außerdem wird deutlich gemacht, dass mit einem simplen Perspektivwechsel alles, was uns als schön und ansehnlich angebiedert wird, zerschlagen werden kann. Gracie Hagen hat uns ihre Bilderserie zur Verfügung gestellt und liefert mit den Fotos den Auftakt zur Artikelreihe zum Thema „Schönheit“.

Diese Serie wurde ins Leben gerufen, um die vermeintlichen Normen anzugreifen, die bestimmen wie wir denken, wie unsere Körper auszusehen haben. Die meisten von uns realisieren, dass die Medien nur die schönsten Fotos von Menschen zeigen und trotzdem vergleichen wir uns genau mit diesen. Wir sehen nie die Fotos zum Vergleich, die die gleiche Person weniger schmeichelhaft abbilden. Dieser Kontrast würde äußerst hilfreich sein bei den Problemen mit der eigenen Körperwahrnehmung, die wir in dieser Kultur haben.
Bildlichkeit in den Medien ist eine Illusion die auf Beleuchtung, Perspektive und Photoshop basiert. Menschen können unter den richtigen Umständen extrem attraktiv erscheinen und sich zwei Sekunden später in jemand komplett anderes verwandeln.
In dieser Serie habe ich versucht, verschieden Körperformen, ethnische Zugehörigkeiten & Geschlechter(-Identitäten) abzubilden um zu zeigen, dass jeder andere Formen und Maße hat – dass es “normal” nicht gibt. Jedes Foto wurde mir den selben Lichtverhältnissen und aus der gleichen Perspektive aufgenommen.
Feiert eure Figuren, Formen und die merkwürdigen Verrenkungen, die euer Körper annehmen kann. Der menschliche Körper ist seltsam – und wunderschön.
Anmerkung: Diese Serie ist das Produkt von Hingabe der Künstlerin und Freiwilliger. Falls es scheint als sei eine bestimmte Körperform, Gender, ethnische Zugehörigkeit usw. unterrepräsentiert, ist das, weil bestimmte Menschen entschieden haben, nicht an diesem Projekt teilzunehmen. Ich habe niemanden vorsätzlich ausgeschlossen.
© Gracie Hagen 2014

In den nachfolgenden Artikeln werden die Schreiberlinge von Ruhmsucht versuchen Aspekte des Schönheitskonzeptes zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen. Es geht um Identität, Geschlechterrollen, Körperlichkeit und das Leben als Außenseiter.
Uns ist bewusst, dass leider einige Felder dieses komplexen Themas wenig oder nicht ausreichend genug zur Sprache kommen. Wir schnappten uns Themen die uns alle interessieren, ohne sagen zu wollen, dass die Themen die wir für diese Serie noch nicht bearbeitet haben weniger interessant oder wichtig wären.

Wir freuen uns über die Veröffentlichung dieser Serie und ebenso über eure Meinungen (das ist es nämlich was wir wollen, bildet euch eine Meinung, ha!) und eure Kritik.

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